Psalm 84,10

Tipp gegen schlechte Laune

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Kennst du auch solche Tage, an denen du richtig schlecht drauf bist, missmutig, traurig oder auch einfach nur antriebslos und demotiviert? Bestimmt hat das jeder mal, aber mich nervt das immer total. Da hätte ich eigentlich einiges zu tun oder die Sonne scheint und will mich nach draußen locken, aber stattdessen schaffe ich es einfach nicht, meine negativen Gedanken zu überwinden, die bleischwer an meinen Füßen hängen und mich runterziehen. Na toll. Ich weiß genau, wenn ich mich jetzt nicht dazu aufraffe, irgendwas Sinnvolles zu tun, werde ich mich spätestens am Abend darüber ärgern, so wenig aus meinem Tag gemacht zu haben. Und trotzdem kann ich es einfach nicht. Es ist, als ob mich meine negativen Gedanken gefangen halten und mir einfach keinen guten Tag gönnen wollen.

Zurecht selbstmitleidig

Und eigentlich ist meine schlechte Laune ja auch vollkommen gerechtfertigt, wenn ich daran denke, was die letzten Tage und Wochen so alles schief gelaufen ist. Kein Wunder bin ich da schlecht drauf! Dass ausgerechnet ich so ein Pech haben muss und das ganze Unglück dann auch noch immer gehäuft auftritt, das ist doch echt nicht fair. Irgendwie scheint es den meisten um mich herum so viel besser zu gehen. Wieso kann mein Leben nicht genauso einfach sein? Oder liegt es an mir? Bin ich einfach nur unfähig, etwas aus meinem Leben zu machen? Warum gehe ich alles so falsch an, obwohl ich es doch eigentlich besser wissen müsste? Warum schaffe ich es nicht, aus meinen Fehlern zu lernen und stolpere immer und immer wieder über dieselben Fallstricke?

– An besonders schlechten Tagen erwische ich mich dann auch noch bei solchen und ähnlichen selbstmitleidigen Gedanken. Irgendwie ist es leichter, darüber nachzudenken und im Selbstmitleid zu versinken, als zu versuchen, etwas gegen meine triste Stimmung zu unternehmen. Manchmal weiß ich sogar, dass die Gedanken, die ich habe, nicht wirklich objektiv sind, aber habe das Gefühl, mir dürfte es jetzt auch mal zustehen, ein bisschen rumzuhängen und Trübsal zu blasen.

Geduldsprobe

Ich glaube tatsächlich, dass solche Tage einfach dazugehören und wir solchen Stimmungen auch mal nachgeben und einen unproduktiven und weniger fröhlichen Tag haben dürfen. Was für ein Glück, dass jeder Tag nur 24 Stunden hat. Irgendwann senkt sich die Dunkelheit auch über die schlechten Tage und wir dürfen mit der Hoffnung auf einen besseren nächsten Tag ins Bett gehen.

Aber wenn die Stimmung über einen Tag hinausgeht, mich nur noch nervt und ich sie dringend loswerden möchte, hilft mir dabei oft Musik. Manchmal erscheint mir dann selbst der Weg zum Radio mühsam und die negative Stimme in meinem Kopf teilt mir in äußerst nörgelndem Tonfall mit, dass ich doch eigentlich überhaupt keine Lust hätte, jetzt Musik zu hören. Aber wenn ich es schaffe, sie zu ignorieren, merke ich oft schon nach ein paar Liedern eine Besserung.

Lobpreis gegen schlechte Stimmung

Am liebsten höre ich (wer hätte es gedacht 🙂 ) Lobpreismusik. Die Texte geben mir Trost und Hoffnung, halten mir aber auch sehr häufig einen Spiegel vor und zeigen mir, dass es an mir selbst liegt, aus meiner negativen Stimmung rauszukommen. Und ich muss sagen, dass die gute Stimmung auch tatsächlich oft „nur“ einen Perspektivwechsel weit entfernt ist. Es gibt Lieder, die (ähnlich wie die Psalmen in der Bibel, nur in Form von Popsongs) mir dabei helfen, meinen ganzen Frust und Kummer rauszuschreien. Da kann ich Gott ganz ehrlich sagen, dass ich gerade alles einfach kacke finde, es nicht verstehe, IHN nicht verstehe, wie er sowas überhaupt zulassen kann und warum er sich mir jetzt nicht zeigt, wo ich ihn doch bräuchte, warum er das Ganze nicht einfach von Anfang an verhindert hat, bevor es schief ging und so weiter.

Und mit dem nächsten oder übernächsten Lied merke ich dann, dass es jetzt auch gut ist. Dass alles seine Zeit hat, der Frust, aber auch die Zufriedenheit. Ich erinnere mich daran, dass ich glaube, dass Gott einen guten Plan hat, auch wenn ich den momentan nicht erkennen kann (–> Für immer gut). Dass Gott mich befähigt, mich selbst, andere und meinen verkorksten Tag wertzuschätzen, auch wenn ich mich gerade noch total zerrissen und zerquetscht gefühlt habe (–> Love all day long). Und dass er immer bei mir ist, meine Launen erträgt und mich auch an schlechten Tagen nicht im Stich lässt. Bei jedem Atemzug ist er dabei, immer wenn ich tanze, singe, auch wenn ich falle und erst recht, wenn ich seine Gegenwart suche. So ähnlich heißt es auch im Lied „Du bist“ von der Band Koenige & Priester.

Herausforderung, mich zu bewegen

Das Verrückte ist, dass die zufällige Wiedergabe meiner (eigentlich ziemlich großen) Sammlung von Lobpreisliedern mir oft eine genaue Handlungsanweisung vorzugeben scheint. Oder dass Lieder, die ich schon tausendmal gehört habe, plötzlich einen ganz anderen Sinn bekommen und genau in meine Situation zu sprechen scheinen. Das ging mir gestern erst wieder so, als ich (auch in zufälliger Reihenfolge) die Lieder gehört habe, die ich ab nächstem Wochenende bei der Konzerttournee mit meinem Chor singen werde.
Flyer zu unserer Konzerttournee

Es begann mit den oben genannten Liedern, aus denen ich für mich die Botschaft rausgehört habe: Erst zu Gott kommen, Frust rausrufen. Erkennen, dass er mich trotzdem erträgt, liebt, durch den Schmerz durchträgt. Sehen, wo ich falsch liege und mir die negativen Stimmen in meinem Kopf Lügen einflüstern. Und dann „Dare You To Move“ von Switchfoot – die Aufforderung, mich jetzt gefälligst zu bewegen. So ist es nun mal auf unserem Planeten, da ist eben nicht alles in Ordnung, da bin ich längst nicht die Einzige mit Problemen. Da wird es immer eine Spannung geben zwischen dem, was ich bin und was ich sein könnte und zwischen dem, wie es ist und wie es sein sollte. Deswegen fordert mich die Stimme heraus: Wage ich es, mich zu bewegen, mich vom Boden zu erheben, als wäre ich gar nicht gestürzt, als wäre dieser blöde Tag nie passiert? Vielleicht ist ja Erlösung die Antwort. Vielleicht ist Vergebung genau da, wo ich gefallen bin. Kann es sein, dass mir in demselben Moment, in dem ich so vom Weg abgekommen bin, schon Vergebung zugesprochen wurde? Wohin kann ich rennen, um vor mir selbst zu fliehen? Wo willst du eigentlich hin?! Die Rettung ist doch hier!

Es wird alles gut werden

Danach kam das Lied „We’re Gonna Be Alright“ und sagte mir, dass es in Ordnung ist, Angst zu haben und sich klein zu fühlen. Es ist in Ordnung zu trauern, fallen zu lernen, zu glauben und zuzugeben, dass ich auch nur ein Mensch bin. Es ist auch okay, gar nichts zu fühlen oder zu erkennen, dass das, was ich glaubte zu besitzen, in Wirklichkeit gar nicht mein ist. Es ist nicht schlimm, wenn ich zweifle oder wenn ich lerne, dass das, was ich jetzt denke, nicht mehr das ist, was ich mal glaubte zu wissen. Alles ist immer in Bewegung und plötzlich werde ich auch wieder die Kraft haben, um weiterzumachen und es wird alles gut werden. Es ist gut wenn die tief verborgenen Narben in mir heilen, wenn ich all die Dinge aussprechen kann, die ich versucht habe, zu verbergen. Ich kann meinen ganzen Kummer in Richtung Himmel schicken. Wir alle brauchen Heilung, da bin ich nicht die einzige.

Und was erfüllt mich, wenn ich all das Negative losgeworden bin, damit es nicht zurückkehrt und sich wieder bei mir einnisten kann? Das nächste Lied, das zufällig aus der Playlist ausgewählt wurde, war eine Bitte an Jesus, den Durst meiner Seele zu stillen, weil nur er das Bedürfnis befriedigen kann, nach dem ich mich sehne (–> Manna From Heaven).

Mitsingen erwünscht

So ging das dann noch eine Weile weiter. Die schlechte Laune war bald einem Staunen gewichen, auf welch vielfältige Weise Gott doch zu uns sprechen und mir tatsächlich aktiv in meinem alltäglichen Ringen helfen kann. Darum habe ich mir vorgenommen, beim nächsten Mal schneller die Musik anzumachen und möchte auch dir den Tipp geben, es einfach mal mit Lobpreismusik zu versuchen, wenn du mal schlecht drauf sein solltest. Und noch ein Tipp: Mitsingen hilft noch besser als einfach nur Zuhören und auch Tanzen ist nicht verboten! 🙂

Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich in einem Chor singe. Oft geht es mir so, dass ich nach einem anstrengenden Arbeitstag eigentlich am liebsten nach Hause auf mein Sofa gehen würde, aber sobald ich dann in der Chorprobe bin, bekomme ich wieder neuen Elan und gute Laune. Wäre das nicht vielleicht auch was für dich? Und jetzt komm‘ mir nicht mit „Aber ich kann gar nicht singen“ – glaub mir, meine Stimme klingt auch nicht gut! Deshalb singe ich ja auch in einem Laienchor und versuche mich nicht als hauptberufliche Solosängerin. Im Chor kann man erleben, wie aus vielen „ganz normalen“ Stimmen ein richtig guter Gesamtklang entsteht, wenn sie miteinander harmonieren – und wie das geht, lernt man automatisch, wenn man regelmäßig zur Probe kommt, alle Sänger sich ein bisschen anstrengen und der Chor einen guten Chorleiter hat.

Einladung

Wenn dir dieser Schritt jetzt aber noch zu groß erscheint, lade ich dich ein, einfach mal zu einem Chorkonzert zu gehen und aus der Anonymität des Publikums heraus mitzusingen. Vielleicht ja bei einem unserer nächsten Konzerte? Da zeigen wir extra zu jedem Lied die Lyrics, damit auch jeder mitlesen oder mitsingen kann. Ich würde mich freuen, wenn du unser Gast wärst! Gerne darfst du mir danach auch ein Feedback hier in den Kommentaren oder per Mail geben. Oder aber du verrätst mir und den anderen Lesern, was deine Tipps gegen schlechte Laune sind, damit wir richtig gut gewappnet sind, falls sie uns mal wieder überkommt – auch wenn das hoffentlich nicht so bald wieder der Fall sein wird! 🙂

Gospelkonzerte 2020

Liebe Grüße
Deine Katrin

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