Hoffnungsblüte

Warum glauben?

Zwischenfazit

Hallo du! Nachdem mein letzter Blogbeitrag nun schon ein Jahr zurückliegt, melde ich mich heute mit einer Art „Zwischenfazit“ zurück. Ich bin froh und dankbar, dass es mir seit meiner Sinnkrise 2019 (siehe auch mein erster Blogbeitrag) diesbezüglich echt gut geht. Meine Sinnsuche hat ihre Antwort in Jesus Christus gefunden und der christliche Glaube hat sich als Rettung aus der Sinnkrise erwiesen. Wie das sein kann? Das beschreibt unter anderem auch ein spannendes Buch, das ich vor kurzem gelesen habe. Doch jetzt erstmal von Anfang an…

Sinnkrise

Als ich 2019 meinen Blog begann, steckte ich gerade in einem tiefen, dunklen Loch. Ein paar Ereignisse in meinem Umfeld hatten mich zum Grübeln gebracht und irgendwie hatte sich auch generell eine große Hoffnungslosigkeit in mir ausgebreitet. Ich hatte das Gefühl, dass sich alle guten Entwicklungen der letzten Jahre und alle humanitären und sozialen Errungenschaften nun entweder als nicht nachhaltig erwiesen oder sich sogar ins Gegenteil verkehrten. Mir schien es so, als könnten wir uns noch so sehr anstrengen, die Welt positiv zu beeinflussen und dennoch nie verhindern, dass die Zustände auf Erden immer ungerechter und lebensfeindlicher würden. Es tat mir unglaublich weh zu sehen, wie viele Menschen an den Verhältnissen in dieser Welt leiden müssen. Zudem litt ich extrem unter meinem eigenen Unvermögen, der Mensch zu sein, der ich sein wollte. Dass ich es einfach nicht schaffte, ein wirklich guter Mensch zu sein, egal wie sehr ich mich bemühte, brachte mich immer wieder zum Verzweifeln.

Was ist wahr?

Diese Gedanken und Gefühle sorgten dafür, dass ich begann, alles zu hinterfragen, was ich einmal für wahr gehalten hatte. Insbesondere meinen Glauben hinterfragte ich. Konnte es wirklich einen Gott geben, der sich für uns interessiert? Einen Gott, der uns sogar so sehr liebt, dass er seinen Sohn opferte, um uns die Beziehung zu Ihm zu ermöglichen? Oder lag es möglicherweise nur an meinem „Komfortbedürfnis“, dass ich daran glaubte? Hatte ich mir meine Erfahrungen mit Gott in der Vergangenheit vielleicht nur eingebildet, weil ein Glaube an einen solchen persönlichen Gott tröstlicher ist, als zu glauben, dass es keinen (solchen) Gott gibt?

Die logischste Erklärung

Es dauerte eine ganze Weile und erforderte viel Nachdenken und die Lektüre einiger („weltlicher“ und „christlicher“) Bücher, bis ich wieder halbwegs festen Boden unter den Füßen hatte und noch länger, bis mein Glaube mir wieder zur Gewissheit geworden war.

Warum ich letztendlich wieder beim christlichen Glauben landete? Er erschien mir einfach als die logischste aller Möglichkeiten zur Erklärung der Welt und von allem, was auf ihr und um sie herum so geschieht. Natürlich stand ich auch mit dem Glauben immer noch vor sehr vielen Unsicherheiten und Dingen, die ich nicht verstand. Aber die gab es bei den anderen Erklärungsansätzen, philosophischen Überlegungen und naturwissenschaftlichen Theorien auch, sogar noch in größerem Umfang.

Ob es einen Gott gibt oder nicht wird sich beides vermutlich nie beweisen lassen, genauso wenig wie ob es sich dabei um den in der Bibel beschriebenen Gott handelt oder nicht. Wenn es sich dabei um eindeutig nachweisbare Fakten handelte, wäre schließlich auch keine Glaubensleistung mehr notwendig. Dennoch gibt es viele gute Gründe, die dafür sprechen. Und das sehe nicht nur ich so – das Buch Jesus. Eine Weltgeschichte beschreibt diese beispielsweise sehr gut. Dieses im Jahr 2020 erstmals veröffentlichte Werk ist zwar mit über 1.000 Seiten ein echter Wälzer, aber trotzdem sehr kurzweilig geschrieben. Autor ist der dir eventuell als Nachrichtensprecher bekannte Markus Spieker. Er listet in seinem Buch nicht einfach Argumente auf, warum man an Jesus glauben sollte, sondern stellt eine umfassende Einordnung des Christentums in die Weltgeschichte dar. Das fand ich ziemlich beeindruckend. Im Gegensatz zu meinen eher persönlichen und ausführlichen Blogbeiträgen schafft es Spieker, die Faszination, die von der Person Jesu, seinen Nachfolgern und vom christlichen Glauben allgemein ausgeht, in knappen und präzisen Sätzen anhand historischer Ereignisse auf den Punkt zu bringen. Das ist nicht nur äußerst spannend, sondern in seiner Breite und Ausführlichkeit lehrreicher als der Geschichtsunterricht in der Schule. Daher kann ich dir nur wärmstens empfehlen, das Buch zu lesen, egal ob du Jesus-Interessierte(r) oder Jesus-Skeptiker(in) bist!

Jesus-Buch

Glauben hilft

Bis ich aus meinem im ersten Abschnitt beschriebenen dunklen Loch herausgekrabbelt war und wieder den festen Grund des Glaubens unter meinen Füßen spürte, vergingen einige Monate mit vielen schlaflosen Nächten. Nachdem aber für mich geklärt war, dass Gott und meine Erfahrungen mit ihm kein Hirngespinst waren, verließen mich die Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung sehr schnell.

Zuerst hatte ich nichts mehr vom Glauben wissen wollen und nur in der „weltlichen“ Literatur nach Trost und Hilfestellungen gesucht. Dort konnte ich aber nichts finden, was mir mehr als nur einen billigen Trost angesichts meiner eigenen Unzulänglichkeiten, der schlimmen Umstände in der Welt und der Unfähigkeit der Menschen, daran etwas zu ändern, spenden konnte. Am sympathischsten waren mir noch die Vorschläge, mich in Achtsamkeit und Dankbarkeit zu üben. Diese ursprünglich aus religiösen Praktiken wie der Meditation stammenden Ansätze können dabei helfen, ohne zu bewerten im Moment zu leben und zu erkennen, was es im eigenen Leben doch alles an schönen Dingen gibt. Doch ohne Bezug zu Gott kam mir das extrem Ich-bezogen und hohl vor.

Achtsamkeit und Dankbarkeit

Erst, als ich wieder zurück zur Glaubensgewissheit gefunden hatte, wurde ein Schuh daraus. Plötzlich war es total sinnvoll, achtsam in meinem Alltag zu sein, denn schließlich hatte der Gott, der mich wie ein guter Vater liebt, jeden Moment, jedes meiner Gefühle, jeden Geschmack und jede andere Sinneswahrnehmung geschaffen. Und, wie im Schöpfungsbericht steht, er hat sie GUT geschaffen, selbst wenn ich das oder gar den Zweck dahinter nicht immer sofort erkennen kann. Gott ist in jedem Moment bei mir und ich darf jeden Moment (auch den, in dem es mir nicht gut geht) dankbar aus seiner Hand nehmen.

A propos dankbar – wem sollte ich denn sonst dankbar sein für all die kleinen und großen Freuden in meinem Alltag, wenn es keinen Gott gäbe? Mir selbst? Dem Universum? – Wie viel schöner ist es da doch, den Gott zu kennen, der all das Gute in meinem Leben bewirkt und ihm direkt meinen Dank aussprechen zu können! Der Glaube, dass Gott zum einen diese Welt mit all ihren Wundern auch deshalb so schön gemacht hat, damit wir Menschen unsere Freude daran haben und dass er zum anderen uns Menschen als Wesen erschaffen hat, die empfänglich für diese Schönheit sind, gibt solchen Konzepten wie der Dankbarkeit aus meiner Sicht erst ihren tieferen Sinn.

Garten

Hoffnung

Diese und viele ähnliche Konzepte helfen dabei, den Blick abzuwenden vom Leid in der Welt und von der eigenen Unvollkommenheit und stattdessen eine eher beobachtende, wertneutrale Haltung zum Jetzt einzunehmen oder sich der schönen Dinge bewusster zu werden. Mein Glaube hält aber noch viel umfassenderen Trost für mich bereit.

Zunächst einmal motiviert mich der Blick auf Jesus dazu, alles mir Mögliche dafür zu geben, dass schon jetzt das in der Bibel beschriebene „Himmelreich auf Erden“ anbrechen kann. Auch Jesu Wirken in dem kleinen, unscheinbaren Land im Nahen Osten und letztlich sein Tod am Kreuz schienen auf den ersten Blick wirkungs- und sinnlos zu sein. Und doch begann Gott damit, sein Königreich aufzubauen und es entstand eine Religion, die bis heute in jedem Kontinent dieser Erde zahlreiche Anhänger hat. Und, noch viel wichtiger, der stellvertretende Tod Jesu für uns war und ist der einzige Weg, um mit Gott wieder ins Reine zu kommen. Gott kann also aus scheinbar kleinen Samen Großes wachsen lassen. So schenkt der christliche Glaube Hoffnung darauf, dass sich schon heute durch Gottes Wirken selbst dort gute Dinge und sogar Wunder ereignen, wo es aussichtslos erscheinen mag.

Noch viel gewaltiger ist jedoch die Hoffnung, die über allem schwebt und immer bleibt, egal, wie verheerend die Umstände auf dieser gefallenen Welt auch sein mögen und egal wie dunkel es in mir selbst auch gerade sein mag. Das ist die Hoffnung auf das Happy End, das uns Jesus versprochen hat: Am Ende werden Gerechtigkeit, Liebe und Frieden herrschen und wir einmütig in Gottes direkter Gemeinschaft leben.

Veränderung

Auch bezüglich mir selbst gibt mir nur der Glaube wirklich Hoffnung. In der Bibel wird beschrieben, dass es eine typisch menschliche Eigenschaft ist, das Gute zu wollen und dennoch das Böse zu tun. Und trotzdem liebt uns Gott. Er schenkt uns einen Ausweg, indem er uns dabei hilft, uns auf den Gebieten zu verändern, wo das nötig ist. Nicht, weil wir uns verändern müssten, damit er uns liebt, sondern weil manchmal Veränderung für uns selbst und unsere Mitmenschen das Beste ist.

Gottes Liebe zu uns steht immer an erster Stelle und bedarf keiner Voraussetzung. Dafür hat er seinen Sohn geopfert und dadurch alle unsere schlechten Taten und schlimmen Gedanken ausgelöscht. Alles, wo wir an Gott, unseren Mitmenschen oder uns selbst schuldig geworden sind, wurde durch Jesu Opfer getilgt. Diese grenzenlose Gnade motiviert mich ungemein, meine Fehltritte und Schwächen mit Gottes Hilfe anzugehen. Ich weiß, dass ich unglaublich geliebt und wertvoll bin und zwar genau so, wie ich eben bin. Aber die Dinge, bei denen ich spüre, dass sie mir und/oder anderen nicht gut tun, die mich in ungünstige Abhängigkeiten bringen, mich oder andere traurig oder kraftlos machen oder mir immer wieder im Weg stehen, kann ich mit Gottes Hilfe verändern.

Sicherlich schafft man es auch ohne den Glauben an Gott, sich zu bessern. Die Frage ist nur, wann diese Selbstoptimierung auch tatsächlich gut für die eigene Persönlichkeit ist und nicht nur dem Trend des immer weiter, höher, größer, besser folgt und letztlich zum Ausbrennen führt. Für mich ist da die Bibel ein wertvoller Kompass und Jesus das größte Vorbild. Im oben genannten Buch Jesus. Eine Weltgeschichte werden außerdem viele große Persönlichkeiten vorgestellt, die sich von Jesus zu selbstloser Liebe und anderen guten Taten inspirieren ließen und damit selbst zu Vorbildern wurden.

Ich persönlich habe schon die Erfahrung gemacht, dass ich wirklich große Dinge erst im Ringen mit Gott und mir selbst dauerhaft verändern konnte – bzw. von Gott verändern lassen konnte. Die große Freiheit, die ich anschließend spürte, war eine wirklich überwältigende Belohnung für den teilweise schmerzlichen Veränderungsprozess.

Neuanfang

Jesus suchen lohnt sich

Für mich war der Glaube, bzw. die Beziehung zu dem in der Bibel beschriebenen Gott daher der einzige Weg aus meiner Sinnkrise. Und ich bin überzeugt: Jesus zu suchen lohnt sich auch für dich! Der Glaube an den Gott, der die Welt geschaffen hat und der uns so sehr liebt, dass er um der Beziehung zu uns willen seinen Sohn opferte, schenkt Hoffnung, Trost und Sinn und eröffnet uns eine Fülle an neuen Möglichkeiten.

Je länger ich Jesus kenne und je besser ich ihn kennenlerne, umso faszinierter bin ich von ihm und umso vertrauter und lieber wird er mir. Durch Jesus wird Gott für mich nahbar, Gottes Liebe zu mir wird durch Jesus erst richtig greifbar und die gelebte Beziehung zu Gott durch Jesus erst ermöglicht. Und das wiederum sorgt dafür, dass ich mein Leben ganz anders angehe, als ich es ohne ihn tun würde – aus meiner Sicht um ein Vielfaches besser, als ich es ohne ihn je könnte. Die Beziehung zu Jesus gibt meinem Leben Sinn, Wert und Richtung und bringt nach und nach das Beste in meiner Persönlichkeit zum Vorschein. Daher wünsche ich auch dir von Herzen, dass du Jesus kennenlernst und mit ihm neu durchstartest.

Wege zum Glauben

Trotzdem gleich schon mal eine Vorwarnung: Das kann durchaus einiges an Geduld und Spucke kosten. Bei mir zumindest war dieses Finden ein ziemlich langer Prozess mit einigen Auf und Abs. Und auch jetzt noch bleibe ich weiterhin eine Suchende, die Jesus immer besser kennenlernen möchte und auf ihrem Glaubensweg vermutlich noch einige Täler des Zweifels passieren wird. Doch bisher bin ich Gott sei Dank immer gestärkt im Glauben und mit einer neuen, inneren Freude aus diesen Tälern herausgegangen.

So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Wege, die zum Glauben führen können. Vielleicht hilft es dir aber trotzdem für deinen eigenen Weg, wenn ich dir einen kleinen Einblick gewähre, wie es bei mir war?

Verstand

Ganz am Anfang meines Glaubensweges und auch nach jedem Zweifeln war „Plausibilität“ für mich ein zentrales Stichwort. Um wirklich glauben zu können, muss es für mich logisch sein, dass das, woran ich glaube, nicht nur ein Hirngespinst ist oder der Glaube selbst nur meinen Emotionen entspringt. Ich denke, dass Gott uns unseren Verstand und unsere Vernunft nicht einfach so gegeben hat, sondern weil er möchte, dass wir diese auch nutzen, um ihm näher zu kommen. Bei meiner Meinungsbildung waren mir solche Bücher wie das oben genannte „Jesus. Eine Weltgeschichte“ oder auch das Buch „Pardon, ich bin Christ“ des ehemaligen Atheisten C. S. Lewis eine große Hilfe. Natürlich sind die Autoren nicht „neutral“, aber ich fand ihre Argumentation sehr schlüssig. Das bestärkte mich darin, dass ich den christlichen Glauben für wahr hielt und in ihm die plausibelsten Antworten zu den zentralen Fragen meines Lebens fand.

christlicher Glaube

Bibellese und Gebet

So interessant Bücher über den Glauben auch sein mögen, so zentral ist das Lesen im „Buch der Bücher“ selbst für den Glauben. Am Anfang fand ich Bibellesen unglaublich anstrengend und ich notierte mir alles, was ich nicht verstand, unlogisch fand oder worüber ich mich aufregte. Mit der Zeit und nachdem ich es mir zur Gewohnheit gemacht hatte, täglich ein paar Bibelverse und die entsprechenden Erläuterungen eines Bibelleseplans dazu zu lesen und anschließend zu beten, wurde es mir aber zu einem wertvollen Schatz. Auch die Predigten im Gottesdienst oder Andachten, die man bei verschiedenen Gelegenheiten hören kann (natürlich auch auf youtube oder spotify, z.B. von Johannes Hartl, Tobias Teichen, Mihamm Kim-Rauchholz, Yassir Eric und vielen mehr), halfen mir immer sehr beim Verständnis.

Trotzdem kostet mich das Bibellesen ehrlich gesagt auch jetzt hin und wieder Überwindung oder ich zähle es nicht zu den spaßigsten Aktivitäten meines Tages. Aber ich weiß, dass ich andererseits auch noch bei keiner anderen Aktivität so häufig Gottes Nähe gefühlt, so deutlich seine Stimme gehört, seine Weisung empfangen habe oder plötzlich von Gefühlen des Trosts, tiefen Friedens oder unbändiger Freude überrascht wurde. Daher ist das Bibellesen zu einem essenziellen Bestandteil meines Alltags geworden, den ich unter keinen Umständen mehr missen möchte. Auch durch Liedtexte, andere Menschen und selbst Werbe-Slogans habe ich Gott schon zu mir sprechen hören, aber selten so eindrücklich. Regelmäßig in seinem Wort zu lesen sorgt außerdem dafür, dass ich Gott immer besser kennenlerne und nicht zuletzt steckt die Bibel auch voller Weisheiten, die mir ganz praktisch bei meinen täglichen Entscheidungen helfen.

Ähnlich ist es auch mit dem Beten. Erst fand ich es komisch, mit jemandem zu sprechen, den ich nicht sehen kann und immer wieder fällt mir Beten auch heute noch schwer. Eigentlich seltsam, denn ich habe schon oft gemerkt, wie wichtig und schön es ist, über das Gebet den ganzen Tag über Kontakt zu Jesus zu halten, mit allem was mich freut oder bedrückt zu ihm zu kommen und zu erleben, dass da tatsächlich auch etwas zurückkommt. Oft anders und zu einem anderen Zeitpunkt als erwartet, aber gerade das macht es auch spannend und lebendig.

Gemeinschaft

Ebenso wichtig wie das Nachdenken, Lesen und Beten für sich alleine ist die Gemeinschaft mit anderen Christen. Und auch hierbei erlebte ich, als ich mich das erste Mal in eine Kirchengemeinde getraute, eine große Enttäuschung. Irgendwie war ich wohl unterbewusst davon ausgegangen, dass ich als frischgebackener Christ, der noch so viel lernen und an sich arbeiten muss, in der Gemeinde ausschließlich „Superchristen“ und starke Vorbilder in jeglicher Hinsicht antreffen würde. Aber Jesus hat nicht umsonst gesagt, er sei für die Kranken und nicht für die Gesunden gekommen. Bis heute empfinde ich immer wieder den Umgang mit manchen Christen als anstrengend und immer wieder wird mir bewusst, dass wir alle Menschen sind, die noch auf dem Weg sind und viele Fehler machen. Aber auch hier hat sich das Dranbleiben gelohnt: So, wie auch Christen noch Bereiche haben, an denen sie arbeiten müssen, um dem Vorbild Jesu ähnlicher zu werden, so haben sie genauso auch Bereiche, in denen sie mir voraus sind und wo ich etwas von ihnen lernen kann. Und gerade auch der Umgang mit Menschen, die ich als schwierig empfinde, kann fruchtbar sein und dazu führen, dass ich mich in meiner Persönlichkeit weiterentwickle.

Ganz wesentlich für den eigenen Glaubensweg ist die Gemeinschaft mit anderen Christen aber vor allem deshalb, weil man sich gegenseitig ermutigen kann, am Glauben dranzubleiben. Man kann sich austauschen über das, was man mit Gott erlebt, über Zweifel, Ängste und Sorgen und kann sich gegenseitig im Glauben stärken. Gerade in den schwierigen Phasen meines Lebens durfte ich immer wieder erleben, wie wertvoll es ist, wenn andere für einen beten, vor allem, wenn man selbst zu schwach dafür ist.

Glaubensweg

Eigene Erfahrung

Wie du siehst, war mein Weg zum Glauben kein schnurgerader. Die Bibel fand ich oft unverständlich oder unglaubwürdig, Beten recht anstrengend und von einigen, die sich Christen nannten, wurde ich schwer enttäuscht. Trotzdem hat es sich für mich sehr gelohnt, dranzubleiben und weiterzusuchen. Gerade die Erfahrung, dass Gott mir immer wieder begegnete und mich nicht fallen ließ, auch wenn ich mich öfter von ihm abgewandt hatte, war sehr wertvoll für mich. Er hat die ganze Zeit meinen Weg begleitet, Gelegenheiten geschaffen, in denen ich ihn erkennen konnte und immer, wenn ich ihn suchte, ließ er sich auch finden.

Seit ich zum Glauben gefunden habe, habe ich immer mehr Glaubenserfahrungen gemacht und gemerkt, dass mich mein Glaube trägt. Nie war ich verlassen, wenn ich mich auf Gott verlassen habe. Immer stand er mir in irgendeiner Form zur Seite und hat dabei jegliche meiner Erwartungen übertroffen. Schon oft durfte ich kleinere und größere Wunder erleben und wurde Zeuge von Gebetserhörungen. Trotzdem zeigen mir solche Ereignisse wie die oben geschilderte Sinnkrise, dass ich auch jetzt noch auf dem Weg bin und immer wieder neu zu Jesus finden muss. Zu schnell schien ich damals (und vielleicht auch noch immer?) angesichts großer Herausforderungen meine guten Glaubenserfahrungen zu vergessen und das Vertrauen in Gott zu verlieren.

Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht manchmal ein bisschen wie der Jesus-Jünger Petrus, der es zuerst voller neuen Glaubenselans wagt, mit Jesus auf dem Wasser zu gehen, aber sobald er den Blick auf Jesus verliert, schnell zu sinken anfängt. Erst als ihm bewusst wird, dass er untergeht, richtet er seinen Blick wieder auf Jesus und wird von ihm gerettet.

Daher hoffe und bete ich, dass ich in Zukunft meinen Blick treuer und zuverlässiger auf Jesus gerichtet halte und ihn nicht erst um Hilfe bitte, wenn die Wellen über mir zusammenschlagen. In der geschilderten und auch anderen kleineren Glaubenskrisen, die ich schon hatte, habe ich mir verschiedene Gewohnheiten zu eigen gemacht, die dafür sorgen sollen. Sehr hilfreich finde ich zum Beispiel die Bibel App, die nicht nur verschiedene Übersetzungen der Bibel enthält, sondern auch sehr viele verschiedene Bibel-Lesepläne zu allen möglichen Themen. Diese lese ich besonders gerne gemeinsam mit anderen Leuten, weil man sich dann direkt in der App über das Gelesene austauschen kann. Toll finde ich auch die Möglichkeit, Bilder mit Bibelversen zu erstellen. Da ich leider extrem schlecht im Auswendiglernen bin, habe ich mir die Bibelverse, die mir besonders wichtig sind, in Bildform auf dem Homescreen meines Handys abgelegt. Immer, wenn ich Angst bekomme, verzweifelt bin angesichts des Leids auf dieser Welt, mich über mich selbst oder andere Menschen ärgere, standhaft gegenüber einer Versuchung bleiben möchte oder auch einfach nur Jesu Nähe stärker spüren möchte, schaue ich mir diese Bibelverse an und lasse die schlechten Gefühle durch Gottes Wahrheiten vertreiben.

Zweifel im GLauben

Dein Weg

So viel zu meinem Weg zum Glauben. Obwohl er für dich vielleicht nicht gerade attraktiv erscheinen mag, hoffe ich, dass er dich wenigstens ein bisschen dazu inspiriert, auch selbst die Suche nach Jesus zu wagen und dranzubleiben, gerade wenn der aktuelle Abschnitt deines Weges vielleicht ein bisschen steinig sein mag. Letztlich kann ich gar nicht in Worte fassen, wie unglaublich wichtig, ja lebensentscheidend für mich die Beziehung zu Jesus ist. Daher möchte ich auch gar nicht weiter versuchen, für den Glauben zu werben. Denn am Ende kann man nur wissen, ob der Glaube einen trägt, wenn man es auch selbst ausprobiert und Jesus sein Leben anvertraut.

Und wie sieht dein Weg aus? Ich würde mich freuen, wenn du mir davon in den Kommentaren berichtest! Ich finde es immer wieder superspannend zu hören, wie Menschen zum Glauben finden und was sie tun, um dranzubleiben. Oder hattest du vielleicht auch schon mal sowas wie eine Sinn- und/oder Glaubenskrise und möchtest mit uns deinen Weg hinaus teilen? Ich freue mich wie immer über Kommentare und persönliche Nachrichten! 🙂

Liebe Grüße
Deine Katrin

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