Weihnachtsengel

Die Geschichte einer ganz besonderen Geburt

Verspätung

Hallo! Hier bin ich wieder. Bitte entschuldige, dass dieser Beitrag einen Tag später als geplant erscheint… Eigentlich hatte ich bis Donnerstag schon so viele Ideen gesammelt und Teile des Textes geschrieben gehabt, dass ich dachte, ich müsste das Ganze am Freitag und Samstag nur noch ordentlich zusammenfügen und ihm einen letzten Schliff verpassen. Aber irgendwie hatte ich dann eine Schreibblockade, Konzentrationsschwäche oder was auch immer, auf jeden Fall habe ich es einfach nicht hinbekommen. Vielleicht lag es auch an der heranziehenden Erkältung, die mich gestern Abend schließlich richtig erwischt hat, oder an der Ablenkung durch das absolut süße Baby, das Freunde von uns am Donnerstag bekommen haben und das wir am Freitag schon bestaunen durften…

Planänderung

Da der eigentlich für gestern geplante Text immer noch nicht steht und mir irgendwie auch thematisch nicht mehr gefällt, lasse ich mich stattdessen von der Geburt der Tochter unserer Freunde inspirieren. Bei unserem Besuch im Krankenhaus musste ich nämlich unweigerlich an die Weihnachtsgeschichte denken und daran, wie es wohl Maria und Josef ging, als die Geburt ihres ersten Kindes in einer nicht einmal annähernd so hygienischen Umgebung wie dem Krankenhaus stattfinden musste. Klar gab es damals generell keine Krankenhäuser, aber dass für das Kind kein anderes Bett zur Verfügung stand als eine Krippe, schien wohl selbst zur damaligen Zeit ungewöhnlich, sonst wäre es bestimmt nicht so explizit erwähnt worden. So hatten Josef und Maria ihre erste Geburt sicherlich nicht geplant gehabt…

Weihnachtskrippe

Unsicherheiten

Sowieso muss das Paar wohl sehr gestresst und verunsichert gewesen sein. Erst die rätselhafte Botschaft des Engels, der Maria erschienen war, dann die Aufregung um die unerklärliche Schwangerschaft, die beschwerliche Reise nach Betlehem und dann auch noch der Schreck, in keiner Herberge ein freies Zimmer zu finden, obwohl die Wehen schon eingesetzt hatten (die Bibel, Lukas 1,26 – 2,7). Ich möchte nicht in Marias oder Josefs Haut gesteckt haben. Ob sie wohl keine Verwandten mehr in der Nähe hatten, die ihnen Unterschlupf hätten gewähren können? Ob bei der Geburt wohl Gäste aus der Herberge geholfen haben oder vielleicht sogar eine Hebamme gefunden werden konnte? Davon wird in der Weihnachtsgeschichte nichts erwähnt. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für beide keine leichte Zeit war.

Josef

Josef plagten sicherlich Schlafmangel, Gewissensbisse, Zweifel und Zukunftsängste. Bestimmt fragte er sich nach wie vor, ob das wirklich Gottes Sohn war, den seine Frau gerade eben zur Welt gebracht hatte. Er hatte sich ja von ihr trennen wollen, als er von der Schwangerschaft gehört hatte. Heimlich, damit sie nicht öffentlich bloßgestellt würde. Wenn ihm da nicht dieser Engel erschienen wäre und verkündet hätte, dass das Kind vom Heiligen Geist gezeugt worden wäre… Oder war das doch nur ein sehr lebhafter Traum gewesen? Wie konnte sowas überhaupt sein? Und warum hatte Gott sich dafür ausgerechnet seine Maria ausgesucht? Sollte der rettende Herr nicht auch irgendwie anders auf die Welt kommen, eher als pompöser König, der alle Israeliten aus der Unterdrückung befreit? Stattdessen waren sie jetzt hier in Betlehem und das verheißene Kind lag als schreiendes Baby in einer einfachen Futterkrippe. So absolut menschlich, das konnte doch unmöglich der Sohn Gottes sein.
Fensterbild Krippe

Aber egal wo auch immer das Baby herkam, jetzt musste er schleunigst eine ordentliche Unterkunft für sie alle finden. Er hatte es ja schon zuvor versucht, war von Haus zu Haus gegangen und hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil er seiner schwangeren Frau nach der langen Reise nicht mal einen angenehmeren Ort bieten konnte, um das Kind auf die Welt zu bringen. Wieso hatte die Volkszählung auch ausgerechnet jetzt stattfinden müssen? Er selbst war außerdem ebenfalls total erschöpft von der Reise und den vielen Nächten, die er wach gelegen hatte, um Maria zu beschützen. Er musste dringend eine Bleibe für sie alle finden. Am besten machte er sich gleich nochmal auf die Suche…

Maria

Auch aus Marias Sicht hätten die letzten Wochen gerne anders verlaufen dürfen. Jetzt saß sie hier in einer völlig fremden Stadt, weit weg von ihrer Familie und ihren Freunden mit einem Baby, von dem ihr etwas so Unglaubliches verkündet worden war. Sie war noch ganz schön erschöpft von der Geburt, aber die Freude über dieses kleine Menschlein ließ sie allen Schmerz vergessen. Wenn sie sich nur die perfekt geformten Fingerchen anschaute, die kleinen Zehen, die wachen Augen und den süßen Mund, dann quoll ihr Herz beinahe über vor Liebe und Stolz zu ihrem ersten Sohn. Und was hatte der Engel ihr damals gesagt? Mächtig würde er mal sein, „Sohn des Höchsten“ genannt werden und auf dem Königsthron des Stammvaters David sitzen. Konnte das denn wirklich sein? Ihr Jesus, ein König, dessen Königreich für immer bestehen bleiben sollte?

Am Anfang hatte sie diese unwirkliche Begegnung mit dem Engel ja echt verzweifeln lassen. Zuerst einmal war sie mächtig erschrocken. Wer war sie denn, dass ein Engel sein Wort an sie richtete? Aber nachdem der Engel ihr erzählt hatte, was geschehen sollte, spürte sie plötzlich eine innere Stärke und Entschlossenheit und freute sich über die riesige Ehre, ihrem Gott auf diese Weise dienen zu dürfen. Deshalb hatte sie dem Engel geantwortet „Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen. Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast.“ Doch mit Beginn der Schwangerschaft kamen dann doch wieder ein paar leise Zweifel in ihr auf. Wie sollte sie das nur ihrer Familie erklären und vor allem Josef, ihrem Verlobten?

Zum Glück hatte sie sich daran erinnert, was der Engel ihr über ihre Verwandte Elisabeth erzählt hatte: Trotz ihres hohen Alters sollte diese scheinbar auch schwanger sein. Daher war Maria sie besuchen gegangen. Und tatsächlich, Elisabeth war schwanger. Zu sehen, dass genau das eingetreten war, was der Engel ihr angekündigt hatte, hatte Maria richtig gut getan und ihr neue Hoffnung und Freude geschenkt. Elisabeth hatte sogar die Worte des Engels bestätigt und Maria prophezeit, dass wahr werden würde, was Gott ihr verkündet habe – und das, noch bevor Maria ihr überhaupt von dem Ganzen hatte erzählen können! Das war für Maria der Moment gewesen, wo sie alle ihre Sorgen und Zweifel vergessen hatte und nur noch froh und dankbar war für die große Güte, die Gott ihr mit dieser Aufgabe erwies. Sie hatte sich so klein und unscheinbar gefühlt, aber das alles zeigte eindeutig, dass Gott sie sah und bei ihr war und dafür sorgen würde, dass sie nicht als Ehebrecherin verachtet sondern als Mutter eines großen Königs gewürdigt werden würde. Und auch sein Volk hatte Gott offensichtlich nicht vergessen, auch wenn es lange Zeit danach ausgesehen hatte.

Nur diese Freude und die große Erwartung, die sie seither erfüllt hatten, hatten Maria geholfen, die letzten Wochen zu überstehen. Die Reise, die Geburt und jetzt auch noch die drängende Frage, wie es weitergehen würde. Was würde nur aus ihnen werden und vor allem: wie um alles in der Welt erzieht man einen Zimmermannssohn zu einem zukünftigen König??

Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt

Alles nur ein nettes Märchen?

So hatte Gott also Maria, Josef, dem jüdischen Volk und generell allen Menschen auf der Welt gezeigt, dass er ganz nah bei ihnen ist und sie retten möchte. Mit Jesu Geburt kam das Licht in die dunkle Welt, große Freude in die Hoffnungslosigkeit und Hilfe zu allen Schwachen (die Bibel, Matthäus 1,20-23; Lukas 2,1-40; Johannes 1,1-18). Eigentlich doch genau das, was wir auch heute noch dringend brauchen könnten. Warum nur spüren wir dann so wenig davon? Ist die Weihnachtsgeschichte etwa nur erfunden?

Da ich nicht selbst dabei war, kann ich darauf leider keine zu 100% sichere Antwort geben. Soweit ich weiß, ist Jesu Existenz aber unter den meisten heutigen Historikern unbestritten. Warum wir dann nicht schon seit Jesu Geburt alle wie im Paradies leben, wird an anderen Stellen in der Bibel beschrieben: Jesu Wirken auf der Welt war nur der Anfang seines Königtums und erst wenn er nochmal (und diesmal endgültig) wiederkommt, wird Gott uns „alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen“ (die Bibel, Offenbarung 21,4).

Stuttgarter Weihnachtsmarkt

Frohe Weihnachten!

In diesem Sinne möchte ich dir gesegnete Weihnachtsfeiertage wünschen, an denen du neben all dem Trubel auch ein bisschen zur Ruhe kommen und Freude aus der Weihnachtsgeschichte schöpfen kannst. So, wie bei der Geburt eines Babys ein neues Kapitel in der Geschichte all derer aufgeschlagen wird, die dem Baby nahestehen, beginnt auch für uns bald ein neues Jahr, in dem wir etwas Neues wagen können. Hast du schon ein bisschen Resümee gezogen über das vergangene Jahr und dir vielleicht auch überlegt, was du im neuen Jahr verändern möchtest? Dann schreib‘ es mir gerne in die Kommentare oder per Mail, ich bin gespannt darauf!
Liebe Grüße
Deine Katrin

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